Lieferantenleistungsmanagement: Welche Vorteile bietet ein kollaborativer Ansatz?
Lieferantenleistungsmanagement: Welche Vorteile bietet ein kollaborativer Ansatz?
Unabhängig davon, ob Hersteller ein mehrstufiges Lieferantennetzwerk oder eine Handvoll lokaler Lieferanten verwalten, werden sie wahrscheinlich mit Problemen bei der Lieferantenleistung konfrontiert sein.
Tatsächlich ergab eine kürzlich von McKinsey durchgeführte Studie, dass über 40 Prozent der Qualitätsvorfälle in den befragten Fertigungsunternehmen auf Probleme mit der Lieferantenleistung zurückzuführen waren.
Die Einhaltung konsistenter, hoher Qualitätsstandards bei Lieferanten ist nicht nur ein wirksames Instrument zur Kostensenkung, sondern auch ein wichtiger Aspekt bei der Erzielung hervorragender Fertigungsqualität in allen Werken. Was können Hersteller also tun, um die Konsistenz und Qualität der Leistung ihrer Lieferanten sicherzustellen?
Es ist verständlich, warum Hersteller einem Lieferanten eine Geldstrafe für die entstandenen Kosten seiner schlechten Leistung auferlegen möchten oder warum ein Hersteller sich dazu entschließt, seinen Vertrag mit einem Lieferanten aufgrund anhaltend schlechter Standards zu kündigen. Allerdings bietet keine dieser Antworten eine langfristige Lösung für die schlechte Leistung der Zulieferer, und keine von ihnen schöpft den vollen Einfluss aus, den Hersteller auf die Einhaltung von Standards haben können.
Was ist die Alternative?
Die Etablierung eines kollaborativen Ansatzes für das Lieferantenleistungsmanagement (SPM), der auf Transparenz, proaktiver Kommunikation und gemeinsamem Engagement für kontinuierliche Verbesserung basiert, kann Lieferanten, Herstellern und ihren Netzwerken zugute kommen und dazu beitragen, die operative Exzellenz entlang der Lieferkette voranzutreiben.
Ein solcher Ansatz hilft Unternehmen auch dabei, von der ineffizienten und kostspieligen Praxis der Brandbekämpfung wiederkehrender Probleme zu einer präventiven Kultur überzugehen, die Risiken und die damit verbundenen Verluste eliminiert – was wirklich die Definition einer Win-Win-Situation darstellt.
Dies mag nach einer komplexen Aufgabe klingen, da sie möglicherweise eine Überarbeitung und Neugestaltung sowohl der internen Abläufe als auch der Lieferantenabläufe erfordert. Allerdings ist ein kollaborativer Ansatz für SPM mit der vorhandenen Palette digitaler Tools, die eine sofortige Datenerfassung und -kommunikation ermöglichen, zugänglicher denn je.
Welche konkreten Schritte müssen Lieferanten und Hersteller also unternehmen?
Messung
„Ohne Prozessmessung ist eine Prozessverbesserung unmöglich“, lautet die alte Weisheit von Six Sigma. Hersteller müssen sicherstellen, dass sie klare Ziele haben, KPIs konsistent messen und Lieferanten Transparenz über diese KPIs bieten.
Die Erfassung von Daten in einem konsistenten, leicht zugänglichen Format kann Herstellern und Lieferanten dabei helfen, Probleme innerhalb von Minuten und Stunden statt Tagen und Monaten zu erkennen und zu beheben. Anstatt bis zum Ende des Tages warten zu müssen, um eine Reihe von Nichtkonformitätsberichten von Lieferanten in eine Excel-Tabelle einzugeben, können Bediener QR-Code-Scanner auf einem mobilen oder tragbaren Gerät verwenden. Der falsche QR würde automatisch auf die Nichtkonformität aufmerksam machen und innerhalb von Minuten nach der Nichtkonformität Korrekturmaßnahmen veranlassen.
Die gesammelten Daten können Einblicke in die Grundursachen wiederkehrender Probleme geben und Bereiche mit hohem Risiko oder notwendiger Verbesserung aufzeigen. Anstatt einen Lieferanten alle paar Monate zu prüfen, um dann auf ineffiziente Prozesse und schlechte Praktiken hinzuweisen, können Hersteller den Lieferanten kontinuierliche Transparenz über die Daten zu ihrer Leistung bieten. Eine solche Transparenz trägt dazu bei, die Verantwortlichkeit zu erhöhen, rechtzeitige Verbesserungen herbeizuführen und eine kooperative Beziehung aufzubauen.
Implementierung (und weitere Messungen)
Sobald Hersteller und Zulieferer die Verbesserungsbereiche identifiziert und gemeinsam an den erforderlichen Prozessen und Best Practices gearbeitet haben, ist es wichtig, deren Umsetzung zu protokollieren und ihre Wirksamkeit zu messen.
Einem hohen Prozentsatz falscher Lieferungen kann beispielsweise dadurch entgegengewirkt werden, dass zwei separate Mitarbeiter die Sendung überprüfen und freigeben müssen, bevor sie das Lager verlässt. Lieferanten können beispielsweise die Durchführung des Prozesses mit elektronischen Signaturen ihrer Betreiber dokumentieren. Hersteller können dann die Auswirkungen der Verbesserung messen und dem Lieferanten Rückmeldung geben, wodurch Prozesse kontinuierlich verfeinert und die Effizienz gesteigert werden.
Verbesserungen mit dem breiteren Netzwerk teilen
Durch die Aufzeichnung aller Best Practices und implementierten Verbesserungen in einem standardisierten und leicht zugänglichen Format können Hersteller und Lieferanten einen Wissensspeicher aufbauen, der in ihren Netzwerken geteilt werden kann.
Beispielsweise könnte Werk A Werk B empfehlen, die SOPs zu testen, die bereits erfolgreich im Umgang mit fehlerhaften Lieferungen implementiert wurden. Dies kann Werk B dabei helfen, ein Problem schneller zu lösen, ohne das Rad neu erfinden zu müssen. Werk B kann auch Feedback zur Wirksamkeit des Verfahrens geben und Verbesserungen vorschlagen und so zu einer sich ständig weiterentwickelnden Wissensbasis beitragen.
Dies sind einige der Vorteile eines kollaborativen Ansatzes für das Lieferantenleistungsmanagement. Welche Erfahrungen haben Sie mit Lieferanten gemacht? Wie sind Sie mit Abweichungen umgegangen? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

